Urlaub in der Türkei - bin ich sicher?

Urlaub in der Türkei. Bin ich wirklich sicher?

Daniel Heinen Asien, Europa, Interviews, Reisetipps, Türkei 2 Comments

Türkei? Auf gar keinen Fall. Da muss ich mir ja immer Sorgen wegen weiterer Anschläge machen, richtig?

Solche und ähnliche Fragen bekommt Thomas vom Türkei Reiseblog regelmäßig per E-Mail. Er antwortet damit, dass kein einziger Anschlag in den Bade- und Strandregionen verübt wurde. „90 % des Landes sind absolut sicher und da muss man sich gar keine Sorgen machen“, erklärt er, „und es fliegen wieder mehr Touristen in die Türkei, auch aus Deutschland. 2016 waren es 3,8 Mio., 2017 3,4 Mio. Deutsche.“

Doch woher kommt die allumfassende Angst?

Thomas sieht das Hauptproblem darin, dass die Medien nicht unterscheiden und ganz allgemein über Anschläge in der Türkei berichten. „Man muss aber genau schauen, wo etwas passiert. Schließlich ist die Türkei sehr groß und besteht aus vielen verschiedenen Landesteilen, die viele nicht einmal voneinander unterscheiden können. Wovon man sich unbedingt fernhalten sollte, sind ein paar Städte wie Cizre oder Diyarbakır, in denen es in den letzten Monaten immer wieder zu Problemen kam. Und natürlich bis auf 30 Kilometer von der syrisch-irakischen Grenze“, erklärt er. In allen anderen Orten, zum Beispiel auch Gaziantep in Ostanatolien (etwa 50 km von der syrischen Grenze entfernt), könne man seinen Urlaub ganz in Ruhe verbringen.

Die großen Städte in der Türkei sind genauso sicher wie Berlin, Madrid und London. Es reisen wieder mehr Touristen in das Land.

Es gab zwar Anschläge in Istanbul, Ankara, Bursa und Izmir, aber der letzte in Istanbul ist über ein Jahr her. Die Anschlagsgefahr in einer türkischen Großstadt ist genauso groß wie in deutschen und anderen europäischen Städten. Es gibt also keinen Grund, sich unsicher zu fühlen.

Je nachdem, wohin man reist, hört man wieder wesentlich mehr Deutsche auf den Straßen. Zum Beispiel in Istanbul und in Antalya. Dort sprechen einen Hoteliers und Restaurantbetreiber sogar auf Deutsch an.

Die Türkei ist ein Land mit unendlichen Möglichkeiten

Wunderschöne Wanderwege, Strände, die Ruinen von Ephesos und Troja: All das bietet dir die Türkei. Ebenso kannst du Großstädte wie Istanbul und Ankara erleben, Paragliding und Tandemsprünge machen. Im Winter kannst du an der Südküste bei angenehmen 20 °Celsius im Shirt rumlaufen, während in Istanbul sogar manchmal Schnee fällt.

Wohin du auch reist, eines darfst du dir, so Thomas, keineswegs entgehen lassen: „Das türkische Essen ist einfach der Wahnsinn. Probiere unbedingt das Streetfood. Mein Favorit sind Midye Dolma, gefüllte Muscheln. Und lass dich mit einem türkischen Frühstück verwöhnen. Da ist alles bei, was gut ist!“

In Folge 13 erfährst du die folgenden Dinge über die Türkei:

  • Der letzte Anschlag ist über ein Jahr her und du bist in Istanbul und Ankara genauso sicher wie in anderen europäischen Städten.
  • Das Problem liegt in der türkisch-irakischen Grenzregion sowie in ein paar Städten wie Cizre und Diyarbakır (hier weitere Infos). Wenn du aber in Antalya, dem Hauptreiseziel der Deutschen, Urlaub machst, merkst du davon nichts. Das liegt über 800 Kilometer von der türkisch-syrischen Grenze entfernt.
  • An der Schwarzmeerküste ist es das ganze Jahr über regnerisch und es kann auch Schnee fallen. An der Südküste hingegen regnet es im Sommer höchstens einmal pro Monat und ist mit 20 °Celsius recht warm.
  • Bursa ist mit knapp 3 Mio. Einwohnern die viertgrößte Stadt der Türkei und gehört zum UNESCO Welterbe. Hier gibt es Häuser, die 750 Jahre alt sind.
  • Du erfährst, wo die Ruinen von Troja und von Ephesos zu finden sind und das Ephesos eine antike Großstadt mit 250.000 Einwohnern war.
  • Çanakkale an der Dardanellen-Meerenge ist eines der größten Schlachtfelder des Ersten Weltkriegs.
  • Mustafa Kemal Atatürk gilt als Gründer der modernen Türkei, weil er nach dem Ersten Weltkrieg Staatspräsident wurde, das Kalifat abschaffte und die osmanischen Sultane vertrieb.
  • Wie ein türkisches Frühstück aussieht und wo du das beste Streetfood

Was du in der Türkei alles machen kannst, wenn du zwei Wochen Zeit hast

  • Beginne deine Reise in Istanbul und schau dir die Stadt an. Hagia Sophia, Blaue Moschee, den großen Basar und probiere auf jeden Fall das Streetfood! Hier übernachtest du am besten im Cheers Lighthouse Hostel*.
  • Von dort aus weiter nach Kappadokien in Zentralanatolien. Die Landschaft hier wurde von Vulkanen geprägt, die vor 20 Mio. Jahren ausgebrochen sind. Schon vor 3.500 Jahren haben die Bewohner Höhlenwohnungen in das Gestein gehackt. Dadurch sind riesige unterirdische Städte entstanden, in denen tausende Menschen gelebt haben. Das siehst du zum Beispiel im Göreme Nationalpark. Im Winter kannst du in Kappadokien sogar Skifahren. Und du kannst sogar in den Höhlenwohnungen schlafen, im Stay in Peace Cave Hostel*. Auch sehr gut sind The Dorm Cave by Travellers* und Hostel Terra Vista*.
  • Von Kappadokien aus empfiehlt sich die Südküste. Antalya hat eine besonders schöne Altstadt mit sehr alten osmanischen Steinhäusern, vielen guten Restaurants und Stränden in der Umgebung. Hier schläfst du gut im Role Street Hostel* oder im Marina Hostel*.
  • Von dort aus ist es nicht weit nach Çıralı, wo du in Baumhäusern schlafen und Meeresschildkröten beim Eierlegen am Strand beobachten kannst. Auf dem Weg dorthin solltest du unbedingt am seit 2.700 Jahren brennenden Gasfeld Yanartaş vorbei und dir abends Marshmallows grillen, während jemand auf der Gitarre spielt. In Çıralı gibt es zahlreiche Clubs und eine internationale Backpacker-Szene. Hier übernachtest du natürlich in den Baumhäusern, in Kadir‘s Tree Houses*.

Shownotes


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Comments 2

  1. Ich finde auch, dass das jeder für sich entscheiden muss. Der Vergleich hinkt aber oft, da viele beispielsweise bei den USA nicht nochmal nachdenken. Die Angst vor Anschlägen sollte auch bei anderen Destinationen nochmal hinterfragt werden.

    1. Post
      Author

      Danke für deinen Kommentar, Clemens. Du hast recht. Man sollte es überall hinterfragen. Genau darauf zielt der Beitrag auch ab.

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