Aussteigen

Erfolgreich aussteigen – so gelingt der Start in ein glücklicheres Leben

Daniel Heinen Ausbruch oder Auszeit?, Digitale Nomaden, Fernreisen, Interviews, Trau dich! Leave a Comment

Aussteigen. Das klingt so großartig und auch wieder so unglaublich schwer. Einfach alles hinter sich lassen – Familie, Freunde, die Wohnung, den Job. Wie fühlt sich das wohl an und was macht es mit dir, wenn du ein neues Leben in einem fremden Land oder vielleicht sogar in der ganzen Welt beginnst?

„Es ist krass, alles hinter sich zu lassen“, sagt Jacqui. Und doch bereut sie es nicht eine Sekunde. Vor zweieinhalb Jahren ist sie losgereist, lebt und arbeitet seitdem rund um die Welt, zurzeit in London. Dabei war es zunächst ganz anders geplant.

Eigentlich wollte sie gar nicht aussteigen

Eigentlich wollte sie „nur“ dreieinhalb Jahre um die Welt reisen und kurz nach ihrem 30. Geburtstag wieder nach Berlin zurückkehren. Aber schon am Anfang ihrer Reise merkt sie, dass sie gar nicht mehr zurück möchte. Sie wollte und will sich keine zeitliche Grenze setzen, will Orte und Länder ohne Druck genießen und erleben. Außerdem muss sie auf ihren Reisen ja Geld verdienen. Auch dafür braucht sie Zeit.

„Man muss den Mut aufbringen, sein Ding zu machen und sich nicht bequatschen lassen!“

Dafür muss man als erstes alles hinter sich lassen, was man über das sichere Leben in Deutschland gelernt hat. Mit festem Wohnsitz, Versicherungen und Job in Berlin wäre Jacquis Lebensmodell überhaupt nicht möglich. Sie sagt, sie musste aussteigen, um sich ihre Reisen überhaupt finanzieren zu können. Ebensowenig wie einen Wohnsitz gibt es einen festen Plan. Die Dinge kommen ohnehin anders, zum Beispiel wenn sie spontan länger an einem Ort bleiben möchte.

Welches Budget braucht man zum Aussteigen?

Jacqui ist mit 10.000 Euro gestartet. Damals sollte das Geld bis Australien reichen und das hat geklappt. Auch heute spart sie sich immer 10.000 Euro zusammen, bevor es weitergeht. Außerdem führt sie Buch über ihre Ausgaben und lebt sehr sparsam. In teuren Ländern kocht sie immer selber. Ein Durchschnittsbudget ist schwer zu bestimmen. In Indien braucht sie pro Monat etwa 400 Euro, in China um die 600 Euro und in Australien locker 1.500 Euro. Das kommt das natürlich auch auf den Reisestil an. Wenn du lieber in einem Hotel schläfst, zahlst du mehr als in einem Hostel. Ein Einzelzimmer kostet mehr als ein Mehrbettzimmer.

Es ist einfacher, mit einem Work-and-Travel-Visum auszusteigen

Denn dann kannst du einfach überall hinreisen und dort arbeiten. Dennoch solltest du dich nicht entmutigen lassen, wenn du schon 31 bist und dieses Visum nicht mehr beantragen kannst. Denn innerhalb Europas kannst du überall einfach einreisen und dich dann auf Jobs bewerben. Für alle anderen Länder gibt Jacqui den Tipp, mutig zu sein: „Bewirb dich immer auf ein Arbeitsvisum, um im jeweiligen Land arbeiten zu können. Das sollte definitiv möglich sein.“

Und wenn ich keinen guten Job finde und für wenig Geld arbeiten muss?

Da hat Jacqui ein paar wirklich gute Tipps fürs Reisen mit wenig Budget. Vergleiche die Preise für Unterkünfte. Koche dein Essen selber. Nutze öffentliche Verkehrsmittel anstatt teure Taxis. Geh nicht ständig shoppen, sondern überlege genau, was du brauchst. Gib dein Geld lieber für Sehenswürdigkeiten und Ausflüge als für unnötige Souvenirs aus.

Wie geht es denn nun für Jacqui weiter?

Ende dieses Jahres geht es über Asien nach Neuseeland. Dort will sie mit ihrem Partner eine Weile leben. Wie es danach weitergeht, weiß sie noch nicht. Aber bei so viel Reiseerfahrung – insgesamt fast 40 Länder – kann eh nichts schiefgehen. Sie ist viel gechillter, macht sich weniger Gedanken und lässt überflüssigen Dingen in ihrem Kopf keinen Raum mehr. Jacqui ist glücklich und endlich bei sich selbst angekommen, weil sie genau das macht, was sie will. Aussteigen!

In Folge 11 erfährst du:

  • dass du als Aussteiger deinen festen Wohnsitz aufgeben solltest.
  • dass du für längere Reisen ein solides Startkapital brauchst. Mit 10.000 Euro kommst du schon weit.
  • wie du in den verschiedenen Ländern Geld sparst und nicht zu viel ausgibst.
  • wie du immer deine Finanzen im Blick behältst und dass du zum Weiterreisen immer ein Grundbudget brauchst.
  • dass es schwer ist, ein Durchschnittsbudget zu errechnen. In jedem Land brauchst du eine andere Menge Geld. Der eine braucht mehr, der andere weniger Luxus. Hier kannst du Preise vergleichen.
  • wie du dir auch mit wenig Budget tolle Reisen ermöglichst.
  • dass es einfacher ist, mit einem Work-and-Travel-Visum auszusteigen. Aber auch danach gibt es viele Möglichkeiten. Du kannst zum Beispiel innerhalb Europas überall hinreisen und dich um Jobs bewerben. In anderen Ländern kannst du dich auf ein Arbeitsvisum bewerben.
  • dass du dich immer auf Jobs bewerben solltest, die deiner Qualifikation entsprechen, denn dann verdienst du mehr. Wenn das nicht klappt, kannst du immer noch in einer Bar arbeiten oder als digitaler Nomade.
  • dass du vorher deinen Lebenslauf an die Standards des jeweiligen Landes anpassen musst. Das erhöht die Chancen auf einen guten Job enorm.
  • was Jacqui immer alles an Gepäck dabei hat. Hier findest du meine Packlisten.
  • dass Aussteigen dich langfristig glücklich machen kann und du zu dir selbst findest.

Shownotes:

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